Projektwoche „Pilgern - Beten mit den Füßen“
- Boni I
- vor 20 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
In der vergangenen Woche stand an unserer Schule alles unter dem Motto „Pilgern – Beten mit den Füßen“. Gemeinsam begaben sich alle Kinder und Lehrkräfte auf die Spuren des Heiligen Jakobus und lernten, was es bedeutet, als Pilger unterwegs zu sein.
Zu Beginn der Woche beschäftigten sich die Kinder mit dem Leben des Heiligen Jakobus, dem Schutzpatron der Pilger. Dabei erfuhren sie viel über den berühmten Jakobsweg und entdeckten, dass sogar ein Teil des echten Pilgerwegs – die Via Scandinavica – direkt durch Göttingen führt.
Ein Höhepunkt war der Besuch der Jacobikirche. Dort erhielten die Kinder eine spannende Führung und konnten am Altar die Geschichte des Heiligen Jakobus entdecken. Vor der Kirche bestaunten sie die große Pilgermuschel und hinter der Kirche die Statue des Heiligen Jakobus mit Pilgerstab, Hut und Muschel – den typischen Zeichen eines Pilgers.
Anschließend machten sich die Klassen in der Göttinger Innenstadt auf die Suche nach weiteren Muscheln. An Straßen, Laternen und Pfeilern fanden die Kinder immer wieder die Jakobsmuschel, die zeigt, dass der Jakobsweg durch unsere Stadt verläuft.
Natürlich wurde auch in der Schule fleißig gearbeitet und gebastelt. Die Kinder gestalteten eigene Pilgerstäbe, bastelten Muschelketten und bedruckten ihre Pilgerbeutel mit der Jakobsmuschel. So war jeder bestens für die große Pilgerwanderung vorbereitet.
Wie echte Pilger erhielten alle Kinder außerdem einen Pilgerpass mit vier Stempelfeldern. Die begehrten Stempel konnten in der Jacobikirche, in der St.-Michael-Kirche, im eigens gestalteten Meditationsraum sowie bei der großen Pilgerwanderung gesammelt werden.
Im Meditationsraum legten die Kinder gemeinsam ein Muschelmandala und gingen bei einer Fantasiereise auf eine innere Reise. Dieser ruhige Ort lud zum Nachdenken, Staunen und Innehalten ein.
Der Höhepunkt der Woche war die große Pilgerwanderung am Mittwoch. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen wurden alle Kinder zunächst feierlich auf dem Schulhof von Pater Müller entsendet. Mit ihren Pilgerstäben, Boni-T-Shirts, Pilgerbeuteln und Muschelketten versammelten sich alle Klassen und erhielten einen Segen für ihren Weg. Gemeinsam sangen wir das Lied „Wir machen uns auf den Weg“, bevor sich die Pilgergruppen in verschiedene Richtungen aufmachten.
Die ersten und zweiten Klassen pilgerten auf dem Jakobsweg in Richtung Kiessee. Unterwegs gab es Zeiten der Stille, kleine Meditationen, einen Schweigemarsch und die Möglichkeit, Naturmaterialien zu sammeln und eigene Fürbitten zu schreiben.
Auch die dritten und vierten Klassen waren als Pilger unterwegs. Die dritten Klassen hatten das Kreuz am Helmsgrund im Göttinger Wald als Ziel. Die vierten Klassen pilgerten in Richtung Schillerwiesen und Wald. Auch dort standen das bewusste Unterwegssein, das Sammeln von Naturmaterialien, das Gestalten von Mandalas und das Nachdenken über sich selbst und die Welt im Mittelpunkt.
Am Donnerstag wurde der Pilgerpass vervollständigt. Die Kinder hielten ihre schönsten Erlebnisse fest, verewigten sich mit einem Handabdruck und blickten auf die besondere Woche zurück.
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Gottesdienst in der Michaelskirche. Dort wurden die von den Kindern geschriebenen Fürbitten vorgelesen. Die gesammelten Naturmaterialien wurden auf eine große Muschel gelegt. Diese wird bald in unserem Eingangsbereich ihren Platz finden und uns noch lange an diese besondere Projektwoche erinnern, die uns gezeigt hat, dass Pilgern viel mehr ist als Wandern: Es bedeutet, gemeinsam unterwegs zu sein, die Natur bewusst wahrzunehmen, zur Ruhe zu kommen und auf Gott und aufeinander zu achten.


































